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Das grosse Mai-Update für Windows 10 bringt viele Neuerungen und Verbesserungen. Mit dabei sind Verbesserungen bei der Suche, neue Anmeldeoptionen, Neustart von Apps, ein komplett neuer Edge-Browser und viele kleinere Anpassungen. Das Update wird derzeit in Wellen ausgerollt. Bis alle Geräte damit ausgerüstet sind wird es mehrere Wochen dauern. Gerne stellen wir Ihnen die wichtigsten Punkte kurz vor.

Verbesserte Suche
Die Suchvorschläge werden anders als bisher schon bei der Eingabe eines Suchbegriffs anzeigt mit dem dazugehörigen Icon. Die Indexierung von Dateien und Ordnern auf der Festplatte soll den Computer weniger auslasten. Die Rechtschreibkorrektur der Suche wurde ebenfalls optimiert. Diese Neuerung soll insbesondere das Auffinden von Inhalten in OneDrive verbessern.

Automatischer Neustart von Apps
Die Möglichkeit geplanter Neustarts von Apps hat Microsoft in den Windows-Einstellungen hinterlegt. Sofern aktiviert (Konten und Anmeldung – Apps neu starten), speichert das System den Stand geöffneter Programme vor dem Anmelden, dem Herunterfahren oder dem Neustart von Windows. Nach der Neuanmeldung stellt das Betriebssystem die Apps automatisch im gesicherten Zustand wieder her. Dies ermöglicht ein unterbrechungsfreies Weiterarbeiten.

Diktierfunktion
Die neue Diktierfunktion unterstützt neben Englisch auch Deutsch (Windows-Taste + H oder Klick Mikrofonsymbol auf Bildschirmtastatur).

Neuer Browser: Edge Chromium
Microsoft will wieder präsent sein im Browser-Markt. Der alte Edge-Browser wird eingestellt und ersetzt durch den Edge Chromium. Microsofts setzt dabei nicht mehr auf die eigene EdgeHTML-Technik, sondern die gleiche Technik wie in Googles erfolgreichem Chrome-Browser. Dadurch kann der neue Edge Browser alle Chrome-Erweiterungen installieren, ist kompatibel mit aktuellen Webstandards und gleichzeitig viel schneller. Entsprechend fehlen im Open-Source-Code von Chromium sämtliche Schnittstellen zu Google. Das macht Edge Chromium für all jene interessant, die wegen Google einen Bogen um Chrome gemacht haben. Microsoft will die Privatsphäre der Benutzer respektieren. Der neue Browser besitzt einen neuen Tracking-Schutz, der neugierigen Webseiten Einhalt gebietet. In den Einstellungen kann der gewünschte Modus eingestellt werden. Die Sammelfunktion ist mehr als ein Lesezeichen. Sie verwaltet die Informationen aus der Internetrecherche an einem Ort. Sie können Sammlungen anlegen und darunter jeweils Links, Bilder, Notizen oder Verweise hinzufügen. Edge kann ihre Lieblingsseiten in kleine Apps (Progressive Web Apps) verpacken mit eigener Desktop-Verknüpfung.

Windows-Reparatur per Cloud
Mit dem Cloud-Download verbessert sich die Wiederherstellungsfunktion von Windows 10: Falls das Betriebssystem Probleme bereitet, können Sie es dank der neuen Option mit einem aktuellen Windows-Image aus dem Internet neu installieren. Bislang wurde Windows in einem langen Vorgang mit lokalen Systemdateien wiederhergestellt. Dieses Feature setzt natürlich eine schnelle Internetverbindung voraus (Einstellungen – Update und Sicherheit – Diesen PC zurücksetzen).

Neue Anmelde-Option
Standardmässig ist die Windows Hello-Anmeldung aktiviert. Anwender können sich dadurch je nach Hardware-Ausstattung des Computers nur per Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder PIN anmelden. Wer sich weiterhin mit dem Passwort oder einem Bildcode an Windows anmelden möchte, muss die Option deaktivieren (Einstellungen – Konten und Anmeldeoptionen – Windows Hello-Anmeldung für Microsoft Konten erforderlich).

Datenverbrauch überwachen
Neu kann das Betriebssystem den Datenverbrauch der vergangenen 30 Tage anzeigen (Netzwerk und Internet – Netzwerkstatus). Dies ist besonders hilfreich für Laptop-Nutzer mit mobilem Internetzugang. Windows zeigt in der Detailansicht den Datenverbrauch pro Programm an. Unter der Option «Grenzwert eingeben» kann ein Datenlimit erfasst werden.

Cortana wird zur App
Für den Sprachassistenten Cortana hat Microsoft eine eigene App veröffentlicht. Neu ist insbesondere die Optik. Aber auch an die Performance wurde verbessert. Windows 10 ermöglicht nun eine freie Platzierung des Fensters.

Optionale Updates: Treiber aktualisieren
Ein Klick auf Optionale Updates (Einstellungen – Update und Sicherheit) listet zusätzlich verfügbare Treiber sowie Funktionen und nicht sicherheitskritische Aktualisierungen auf. Diese lassen sich auf Wunsch installieren. Damit erhalten Windows-Nutzer wieder mehr Flexibilität. Zusätzlich arbeitet Microsoft enger mit Hardware-Herstellern zusammen: Über eine neue Schnittstelle werden neue Versionen ihrer Treiber per Windows Update verteilt.

Mehr optionale Features
Eine neue Funktion ermöglicht verzichtbare Programme wie Internet Explorer 11 und Windows Media Player zu deinstallieren. Mehrere Optionen auf einmal installieren Sie unter Feature hinzufügen. Altgediente Windows-Programme wie Paint, WordPad und Weitere sind künftig in der Liste «Installierte Features» enthalten und lassen sich auch entfernen. Neue Funktionen können über «Feature hinzufügen» installiert oder aus dem Microsoft Store bezogen werden (Windows-Einstellungen – Apps – Optionale Features).

Unterstützung für Bluetooth 5.1
Im Vergleich zu Bluetooth 5 verbessert die neue Version 5.1 einige Details. Die «Bluetooth Location Services» sind um die Funktion «Direct Finding» erweitert. Bluetooth-Geräte bestimmen darüber ihre exakte Position zueinander. Mit «Direct Finding» erkennen die Geräte auch, aus welcher Richtung das Bluetooth-Signal kommt. Damit das funktioniert, müssen jedoch im sendenden oder empfangenden Gerät mehrere Bluetooth-Antennen verbaut sein. 

Weitere Neuerungen und kleine Verbesserungen:

  • SwiftKey: Die virtuelle Tastatur erhält Unterstützung für 39 weitere Sprachen. Der Desktop-Modus erhält eine optimierte Optik.
  • Samsung Kooperation: Die Konnektivität der Anwendung „Your-Phone-App“ wurde verbessert.
  • Netzwerk und Internet: Die Statusanzeige liefert deutlich mehr Informationen zur Netzwerk- sowie Internetverbindung und zeigt den Datenverbrauch an.
  • Taschenrechner-App: Neue Schaltfläche „Immer sichtbar“ zwingt App in den Vordergrund.
  • Windows-Benachrichtigungen: Mit dem neuen Einstellungssymbol können die Benachrichtigungsoptionen verwaltet werden.
  • Account-Bild: Das Benutzerfoto des Microsoft-Kontos synchronisiert sich automatisch.
  • GPU-Temperatur im Task-Manager: Steckt eine dezidierte Grafikkarte im PC oder Notebook, zeigt der Task-Manager im neuen Windows ihren Wärmegrad an (Sofern technische Voraussetzung erfüllt).
  • Virtuelle Desktops umbenennen: Standardmässig verwendet Microsoft die Bezeichnung „Desktop 1“ etc. Öffnen Sie dafür die Funktion Task View („Aktive Anwendungen“) oder drücken Sie Win + Tab und klicken Sie auf den Namen eines Desktops.
  • Mauszeiger-Geschwindigkeit: Diese lässt sich in den Maus-Einstellungen der Einstellungs-App anpassen.
  • Schnellsuche: Die Schnellsuche-Buttons sind auch für ältere Windows-Versionen verfügbar.

Wie geht es weiter mit Windows 10?
Microsoft entwickelt nach dem Mai-2020-Update (Alternativbezeichnung „2004“, „Windows 10 20H1“) bereits weiter. Im Windows-Insider-Programm wird das im Herbst 2020 erwartete 20H2-Update getestet. Ab Juni 2020 soll dort auch die im Frühjahr 2021 erscheinende Version 21H1 verfügbar sein. Zusätzlich arbeitet Microsoft an neuartigen Windows-Versionen, die auf spezielle Geräteklassen mit zwei Displays abgestimmt sind. Dies könnte beim Surface Neo mit Windows 10X der Fall sein.

Quelle: www.computerbild.de

 

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